Nordische Filme bei den Kurzfilmtagen in Winterthur

Dieses Jahr lohnt es sich wirklich für Norwegen- und Norden-Fans bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Winterthur vorbeizuschauen. Das Programm "Grosser Fokus" ist dieses Jahr mit über 50 Beiträgen auf norwegische und nordische Filme gerichtet.

"Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden: Das überaus produktive Filmschaffen dieser Länder zeichnet ein Selbstbildnis, das dem unseren so ähnlich ist... Oder doch nicht?"

In 9 Programmen werden unterschiedliche Facetten des Nordens und dessen Menschen untersucht. Das Themenfeld erstreckt sich von nordischen Produkten und Traditionen, über Fragen der "nordischen" Identität, Gleichstellung und Feminismus bis hin zur nordischen Natur. Untenstehend finden Sie eine Beschreibung der jeweiligen Programme.

Die Internationalen Kurzfilmtage in Winterthur gelten als das bedeutendste Kurzfilmfestival in der Schweiz und werden jedes Jahr seit 1997 arrangiert. Dieses Jahr findet es vom 8.-13. November statt. 

Die Programme

Nordic Presents (Freitag 11.11, 16:30 Uhr & Samstag 12.11, 22:30 Uhr)  

Von ABBA über Scandi Design und Viking Diet, von Sauna und Angry Birds über Rentiere und Santa Claus bis hin zu IKEA: Die nordischen Länder begeistern mit ihren Traditionen und Produkten die Welt. Die Filme in diesem Programm bezaubern unser Publikum – mit Charme, Witz und einer grossen Prise Scandi Style präsentieren sie «Geschenke aus dem Norden».

 

This Is Us (Mittwoch 9.11, 20:00 Uhr & Freitag 11.11, 14:30 Uhr.) 

Das sind wir. Darauf sind wir stolz. Davor haben wir Angst. Das sind die anderen. Die sind anders als wir. Wer sind wir? – Themen, mit denen sich jede Nation auseinandersetzt, Fragen, auf die nur totalitäre Regime einfache Antworten haben. Die Filme versuchen mit lakonischem Humor oder liebevollem Ernst, vielschichtig verschlungen oder auch ganz direkt herauszufinden: Sind wir das?

 

This Is Me (Donnerstag 10.11, 16:30 Uhr & Freitag 11.11, 17:00 Uhr)

Das bin ich. Das sind die anderen. Das bin ich inmitten der anderen. Bin ich das? This  Is Me beschäftigt sich mit Einsamkeit, inneren Welten, Selbstdefinition, Ego, dem Überleben und dem Ausbrechen des inneren Schweinehundes. Eigenwillig, lakonisch und mit Hang zum Absurden zelebrieren die Filme Antihelden und widmen sich mit Vorliebe den menschlichen Schwächen. In langsamen Schritten schleicht sich dieses Programm von hinten an und zieht uns mit komisch-skurrilen Filmen in seinen Bann.

 

Frauenmenschen (Sonntag 13.11, 11:30 Uhr)

«Kvinnofolk» – Schwedisch für «Frauenmenschen» – heisst Maj Wechselmanns Film in diesem Programm. Dass der Feminismus in Skandinavien eine lange Tradition hat, zeigt diese Auswahl an historischen Filmen. Weg von intellektuellen Manifesten und moralisierenden Mahnreden, trumpfen diese Filme allerdings mit einer eigenen Perspektive auf die Frauenbewegung auf: mit Witz, Satire und Provokation sowie mit unerwarteten Lernmomenten. So entpuppen sich die nordischen Länder nicht nur politisch als Vorreiter der Frauenbewegung, sondern auch künstlerisch.

 

Pussy Control (Sonntag 13.11, 14:30 Uhr)

Der Titel ist Programm: Ninja Thyberg und Lovisa Sirén vertauschen die Geschlechterrollen. Als Filmemacherinnen interessieren sie sich für Hierarchien, Machtstrukturen und Sexismus – immer aus weiblicher Perspektive. Und was für eine Perspektive das ist! Beide folgen in ihrem künstlerischen Werk einer klaren Vision, und sie sind bereit, dabei bis zum Äussersten zu gehen. Nichts für (moralisch) Zartbesaitete, dafür umso mehr für alle, die nicht vor einer erfrischend dreisten Auseinandersetzung     mit Genderthemen zurückschrecken.

 

Nordic Boys (Sonntag 13.11, 17:00 Uhr)

Männlich, aber kein Macho, mit feministischem Herz und einem angeborenen Sinn für Mode, überlebensfähig in der wildesten Natur, immun gegen Seekrankheit… Ist der nordische Mann etwa der ideale Mann? Zweifellos, zumindest den Klischees zufolge. Aber wie steht es mit der Realität? Ausgehend von den Klischees (weil es Spass macht, mit ihnen zu spielen), fragt Nordic Boys danach, was es heisst, ein Mann zu sein – nicht bloss in einer Männerwelt, sondern in Skandinavien, dem (angeblichen) Paradies der Geschlechtergleichheit.

 

In the Mood for Light (Mittwoch 9.11, 16:30 Uhr & Freitag 11.11, 20:00 Uhr)

Humorvolle, lakonische und bildgewaltige Filme laden zur Entdeckung des nordischen Lichts ein. Extrem-Skateboarder am gefrorenen Strand in Nordnorwegen, Lichtfänger im Drogenrausch oder unermüdliche (alkoholisierte) «midsommar»-Zelebranten finden eine Stimme. Doch auch der abstraktere, distanzierte Blick auf die Folgen der vom Licht verursachten Stimmungsschwankungen kommt in diesem schwedisch-norwegischen Programm zum Ausdruck. Lasst uns das nordische Licht fühlen!

 

NIGHT:VISION (Samstag 12.11, 17:00 Uhr)

Eine Auswahl visionärer Werke von zeitgenössischen nordischen Kunstschaffenden, die alle aus anderen künstlerischen Sparten zum Kino gekommen sind. Während die Filme für nichts ausserhalb ihrer selbst stehen, verbindet sie dennoch ein gewisses Interesse an der Dunkelheit, an Ritualen und an (physischen wie seelischen) Landschaften – vom sinnlichen Medium des Films behutsam gezeichnet und auf die geistige Leinwand in der Dunkelkammer unserer Fantasie projiziert.

 

Take a Walk on the Wild Site (Donnerstag 10.11, 19:30 Uhr)

Der Norden und die Natur: Wälder, Seen, Meer – wohin das Auge reicht. Wenig Menschenvolk (vergessen wir die Touristen!), dafür aber Trolle, Ungeheuer und mächtige Götter. Obwohl jedes der Länder seine Eigenheiten aufweist, wenn es um Aberglaube, Mythologie und Tradition geht, so haben die nordischen Länder doch alle eines gemeinsam: Sie lassen den Menschen und die Natur, die Menschen und das Unerklärliche oder gar Übernatürliche miteinander verschmelzen. Ein archaisch-bildgewaltiges Programm über Mensch, Natur und Mystik.

 

Ein detalliertes Programm des Festivals und Tickets finden Sie hier: http://www.kurzfilmtage.ch/DE/Festival/Programm#Grosser_Fokus_Nordische_Lander

 

 

Quellen:

http://www.kurzfilmtage.ch/DE


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