Neue Ära in der Polarforschung

18.03.2009 // Nach zwei Jahren mit intensiver Datenregistrierung tauschen norwegische und internationale Forscher jetzt die Datenregistrierung in polaren Umgebungen mit der Analysearbeit. Das Ergebnis soll mehrere und bessere Antworten auf die Fragen geben, die der Klimawandel aufwirft.

Das Polarjahr 2007-2008 ist das bisher grösste Forschungsprojekt. 50.000 Forscher und Techniker aus 60 Ländern haben an 160 Projekten teilgenommen. Das Programm wurde am 1. März 2009 abgeschlossen.
Indem sich die Datenregistrierung dem Ende nähert, wird der Einsatz auf die analytische Ebene konzentriert. Ziel ist es, Antworten auf die Frage zu finden, wie Klimaänderungen in den polaren Regionen das Klima des restlichen Planeten beeinträchtigen. Die Eigenschaft, Änderungen im Klima vorauszusehen und die Konsequenzen rückgängig zu machen, soll durch das Projekt gestärkt werden.


Norwegisch geleitete Polarexpedition
Norwegen war der grösse Beitragsgeber des Polarjahres und leitete unter anderem die Forschungsexpedition „Antarktistraversen„. Acht norwegische und vier amerikanische Forscher durchquerten 2300 Kilometer des östlichen Teils des Südpolgebiets. Auf der Reise via dem Südpol haben die Forscher die Wirkung des Eises auf den Meeresspiegel untersucht und Gebiete besucht, auf die noch kein Mensch je zuvor seinen Fuss gesetzt hat.
- Einzelne Proben aus dem Eis waren bis zu 800 000 Jahre alt, und deshalb vermitteln sie einen Einblick in das Klima der Vergangenheit.

Die Antarktistravers kommt an der norwegischen Forschungsstation an. Foto: Norwegisches Polarinstitut
Antarktistraverse kommt an der norwegischen Forschungsstation Troll an. Foto: Ken Pedersen/Norwegischen Polarinstitut.

Minister auf Studienreise
Die Forschungsprojekte des Polarjahres haben bestätigt, dass das Eis auf Grönland und in der Antarktis schmilzt. Obwohl die Forscher sich nicht sicher sind, wieviel des Eises verschwinden wird, unterstreicht der norwegische Minister für Umwelt und Entwicklung Erik Solheim, dass selbst wenn nur ein kleiner Teil des Eises schmilzt, dies für den Rest der Welt grosse Konsequenzen haben wird.

Die Ministergruppe auf Studienreise in Königing Mauds Land. Foto: Polarinstitut
Ministergruppe auf Studienreise in Königin Maud Land. Foto: Betran Kiil/Norwegisches Polarinstitut.

Nach der Jahressitzung des UNO-Umweltprogramms (UNEP) im Februar besuchte Erik Solheim gemeinsam mit elf anderen Ministern aus der ganzen Welt die norwegische Forschungsstation Troll im Königin-Maud-Land in der Antarktis. Unter den Besuchern war auch die Friedensnobelpreisträgerin und Leiterin des UNO Klima-Panels Dr. Rajendra Pachauri.

- Die Reise gab den Teilnehmern einen einzigartigen Einblick in einen großen Kontinent, der für die Entwicklung des Klimas wichtig ist, von dem aber die wenigsten etwas wissen, sagt Solheim gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender NRK.
Großsbritanniens Umweltminister Hilary Benn und norwegens Minister für Umwelt und Entwicklung Erik Solheim. Foto: Norwegisches Polarinstitut.
Grossbritanniens Umweltminister mit seinem norwegischen Kollegen Erik Solheim. Foto:Betran Kiil/Norwegischs Polarinstitut

Der Besuch ist Teil der Vorbereitungen für das grosse Klimagipfeltreffen in  Kopenhagen Ende 2009, das zum Ziel hat, einen Vertrag einzugehen, der den Kyotovertrag ablösen soll.

Schon am 28. und 29. April sind Norwegens Aussenminister Jonas Gahr Støre und Nobelpreisträger Al Gore Gastgeber einer Konferenz über das Eisschmelzen, die in der Eismeerstadt Tromsø stattfinden wird.

Quelle: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten


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