„Dies ist eine Anerkennung an das Sozialmodell, welches in den nordischen Ländern entwickelt worden ist. Wir haben es besser als viele andere Länder geschafft, eine faire Verteilung und eine effiziente Wirtschaft zu kombinieren. Man war lange der Meinung, diese beiden Faktoren würden sich negativ beeinflussen, doch Norwegens wirtschaftliche Entwicklung hat das Gegenteil bewiesen“, sagt Ministerpräsident Stoltenberg
Ein Konkurrenzvorteil
Ein wichtiger Aspekt von unserem Modell ist das hohe Beschäftigungsniveau. Im besonderen gilt das auch für die Beschäftigung der Frauen.Wir haben ein umfangreiches Sozialsystem für Kinder und ältere Menschen, welches es den Frauen leichter ermöglicht, an der Arbeitswelt Teil zu nehmen. Eine grössere Arbeiterschaft hat zu einem grösseren Wachstumspotential und einem höheren Sozialleistungsniveau geführt.
Weiter haben die nordischen Gesellschaften einen viel höheren Grad an sozialer Gleichstellung erreicht, als die meisten anderen Länder. Sie haben, im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, eine grössere Bereitschaft für Anpassungen und Reformen gezeigt. Dies hat hochtechnologische Anpassungen leichter gemacht.
Die Zusammenarbeit zwischen den drei Parteien ist vital. Der Dialog zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und dem Staat trägt zu einem gesunden Sozialklima, Sicherheit und Flexibilität bei und Arbeitskonflikte kommen weniger häufig vor, als in anderen Ländern.
Das nordische Paradoxon
Die nordischen Länder haben ein relativ hohes Steuerniveau, starke Arbeitnehmerorganisationen, weitgreifende Sozialleistungen und grosse öffentliche Sektoren. Gleichzeitig haben diese Länder eine hohe wirtschaftliche Effektivität und hohe Beschäftigungsniveaus.
Dieses angebliche Paradoxon hat auf der ganzen Welt Interesse geweckt. Dieses Interesse bezieht sich besonders darauf, wie man soziale und wirtschaftliche Sicherheit mit einem innovativen Wirtschaftsleben und einer anpassungsfähigen Wirtschaft kombinieren kann.
”Es ist sicherlich möglich, eine Gesellschaft zu haben, in welcher wir gleichzeitig Gewicht auf eine gerechte Verteilung und eine dynamische Wirtschaft legen“, sagt Ministerpräsident Stoltenberg. „Immerhin haben wir auch unsere ungelösten Probleme und müssen uns immer noch entwickeln, um neuen Herausforderungen zu entgegnen“, fügt Stoltenberg noch hinzu.
Unruhige Weltwirtschaft
Die Kombination aus Sicherheit und Flexibilität gibt den Nordischen Ländern in internationalen Vergleich eine gute Note im Bezug auf ihre Sozialsysteme und ihren Lebensstandard. Norwegen ist eines der Länder das am wenigsten von der Weltwirtschaftskrise betroffen ist.
„Andere Länder können nicht einfach unser nordisches Modell kopieren. In einer Zeit der schwierigen Weltwirtschaft hoffen wir, durch unsere Erfahrungen etwas an Inspiration nach Davos bringen zu können“, sagt Stoltenberg.
2‘500 politische und wirtschaftliche globale Führungspersönlichkeiten sind vom 26. bis 30. Januar in Davos. Während Ministerpräsident Stoltenberg in Davos verweilt, wird er auch mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón und anderen Staatsleitern Gespräche führen.
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• World Economic Forum