Foto: Marius E. Hauge.Foto: Marius E. Hauge

Kindergärten: Volle Bedarfsdeckung – ein Platz für alle!

In Norwegen wird in naher Zukunft der Bedarf an Kindergartenplätzen für alle Kinder bis zum Schulalter voll gedeckt sein. Ein gutes Angebot an Kindertagesstätten ist eine Voraussetzung dafür, dass die Eltern kleiner Kinder erwerbstätig sein können. Die guten Kinderbetreuungsmöglichkeiten während der Arbeitsstunden sind auch ein Grund dafür, dass in Norwegen verglichen mit anderen europäischen Ländern so viele Kinder geboren werden.

Genügend Kindergartenplätze sind nicht nur ein wichtiger und beruhigender Gesichtspunkt für Eltern, die erwerbstätig sind oder wieder in den Beruf zurückkehren wollen. Außerdem werden den noch nicht schulpflichtigen Jungen und Mädchen auf diese Weise gute Aktivitäts- und Entwicklungsmöglichkeiten geboten.

Diese Betreuungseinrichtungen spielen auch eine bedeutsame Rolle für die Integrierung von Kindern mit unterschiedlichem sprachlichem und kulturellem Hintergrund. Kindergärten können ferner zum Ausgleich sozialer Unterschiede beitragen.

Immer mehr
2008 besuchten 87 Prozent aller Kinder zwischen 1 und 5 Jahren einen Kindergarten, 2003 waren es 69 Prozent. Der Prozentanteil ist weiter im Steigen begriffen.

Ein wichtiger Grund dieser Zunahme ist die 2004 eingeführte Höchstgrenze der (von den Eltern zu zahlenden) Kindergartengebühr. Im Zeitraum 2003–2009 ging dadurch der Gebührendurchschnitt für kommunale und private Kindergärten um 20 bzw. 28 Prozent zurück.

Vor allem bei Kindern unter drei Jahren und Kindern mit einer anderen Muttersprache als Norwegisch hat sich der Kindergartenanteil besonders stark erhöht.

2009 ging der Gesetzgeber noch einen Schritt weiter: Alle Kinder zwischen 1 und 5 Jahren haben heute Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Um dies auch in der Praxis zu gewährleisten, wurden im letzten Jahr außergewöhnlich viele neue Kindergärten gebaut und eingerichtet.

Immer besser?
In der öffentlichen Debatte wurden Sorgen laut, das rasche Wachstum im Kindergartenbereich könne sich negativ auf die Qualität der Kinderbetreuung auswirken. Zwar ist die Zahl der Beschäftigten in den Kindertagesstätten mit der Zahl der dort betreuten Kinder gestiegen, doch nur ein Drittel des Personals sind ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher.

Inzwischen richten die Politiker ihr Augenmerk nicht mehr nur auf die Zahl der Kindergartenplätze. In dem 2009 vorgelegten Regierungsbericht über die Qualität der Kindergärten wird dieses Thema mit dessen praktischen Konsequenzen eingehend erörtert.

Nicht alle im Kindergarten
Trotz des oben umrissenen Betreuungsangebots sind nicht alle Eltern daran interessiert, ihre Kinder in den Kindergarten zu schicken. Wenn für ein kleines Kind kein Kindergartenplatz in Anspruch genommen wird, erhalten die Eltern ein monatliches Betreuungsgeld vom Staat. Auf diese Weise sollen die für die Kinderbetreuung zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel gerechter auf die Familien verteilt werden, unabhängig davon, ob ein Kind im Kindergarten oder zu Hause betreut wird.


Quelle: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten   |   Anteil in Ihrem Netzwerk   |   print