Entwicklungsbanken

01.09.2009 // Norwegen ist Mitglied der Weltbank, dreier regionaler Entwicklungsbanken (Afrikanische E., Asiatische E. und Interamerikanische E.) und zweier unabhängiger Entwicklungsfonds (Nordischer E. und Internationaler Fonds für Landwirtschaftliche Entwicklung). Diese multilateralen Finanzeinrichtungen sind wichtige Kanäle für die finanzielle Unterstützung der ärmsten Länder.

Gleichzeitig spielen diese Einrichtungen, insbesondere die Weltbank, auch eine immer wichtigere Rolle als Kompetenzzentren („Wissensbanken“) und nehmen umfassende Beratungs- und Analyseaufgaben wahr. Daher ist es für Norwegen wichtig, aktiv an der Entwicklung der Geschäftspolitik dieser Banken mitzuwirken und auf notwendige Veränderungen hinzuarbeiten. Norwegen bringt jedes Jahr ca. 1,5 Milliarden NOK für die multilateralen Finanzeinrichtungen auf (Kernkapitalanteil).

Entwicklungszusammenarbeit mit ganzheitlichem Ansatz
Die norwegische Außen- und Entwicklungspolitik bildet die Basis für die Prioritäten in Bezug auf die multilateralen Finanzeinrichtungen. Hierbei sind die Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen eine wichtige Richtschnur. Die Entwicklungspolitik Norwegens will einen ganzheitlichen Ansatz der Entwicklungszusammenarbeit in den Mittelpunkt rücken, wobei nationales Eigentum und die Koordinierung der Leistungen der Geberländer zentral sind. Armut kann nur erfolgreich bekämpft werden, wenn die Entwicklungsländer selbst Verantwortung für ihre Entwicklung übernehmen. Bei den Entscheidungen der multilateralen Finanzeinrichtungen müssen sie daher ein Mitspracherecht haben. In diesem Sinne hat Norwegen sich dafür eingesetzt, dass Afrika in den entsprechenden Gremien vertreten ist.

Norwegen wirkt in den Leitungsgremien der Finanzeinrichtungen aktiv mit und arbeitet eng mit den anderen nordischen Ländern zusammen. Die norwegischen Vertreter haben auf allen Ebenen laufenden Kontakt mit dem Management und den verantwortlichen Mitarbeitern der Finanzeinrichtungen, nicht zuletzt im Hinblick auf die Umsetzung von Programmen und Beschlüssen.

Grundkapital und Zuwendungen
Norwegen ermöglicht die Arbeit dieser multilateralen Einrichtungen finanziell gesehen auf zweierlei Weise.

Einerseits steuert das Land einen angemessenen Teil des Grundkapitals bei. Das Kapital jeder dieser Finanzeinrichtungen besteht aus den eingezahlten Beträgen und einer wesentlich höheren Garantiesumme. Damit können auf den internationalen Kapitalmärkten zu sehr günstigen Konditionen Kredite aufgenommen werden. Diese Mittel werden dann zur Finanzierung von Entwicklungsvorhaben – zu ungefähr den gleichen Bedingungen – an Entwicklungsländer weitervergeben, die zur Rückzahlung solcher Kredite mit günstigen, marktüblichen Bedingungen in der Lage sind. Die Tilgungsdauer kann bis zu 20 Jahre betragen.

Andererseits macht Norwegen Zuwendungen an die von den Entwicklungsbanken verwalteten Entwicklungsfonds und an unabhängige Fonds. Die von den Entwicklungsfonds an die ärmsten Länder vergebenen Mittel sind entweder tilgungsfreie Zuwendungen oder Kredite zu günstigeren Konditionen als Kredite der Entwicklungsbanken. Die Entwicklungsfondskredite sind zinslos (abgesehen von geringen jährlichen Verwaltungsgebühren) und die ersten zehn Jahre tilgungsfrei. Die Laufzeit kann bis zu 40 Jahre betragen.

Mittel für Schwerpunktmaßnahmen
Für bestimmte, als besonders wichtig angesehene Maßnahmen kann Norwegen auch außerplanmäßige Mittel zur Verfügung stellen bzw. sich an einer Co-Finanzierung beteiligen. Diese rund 0,5 Mrd. NOK kommen zum norwegischen Kernkapitalanteil von 1,5 Mrd. NOK (siehe oben) hinzu und tragen dazu bei, dass die multilateralen Finanzeinrichtungen politische und strategische Schwerpunktmaßnahmen durchführen und neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte initiieren können. Auf diese Weise ergänzt die Co-Finanzierung diesen Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und fördert die Kooperation und den Dialog zwischen Norwegen und dem Management bzw. den verantwortlichen Mitarbeitern dieser Einrichtungen. Diese außerplanmäßigen Mittel sind im Wesentlichen in größeren Themenfonds gebündelt, zu denen teilweise mehrere Geberländer beitragen („multilaterale Entwicklungshilfefonds“). Die Co-Finanzierung spielt ferner eine Rolle für die laufenden Bemühungen, Richtlinien und Vorgehensweisen der Geberländer optimaler zu koordinieren.


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